Freitag, 19. Oktober 2007

Café International et caetera

Vieles, vieles gibt es zu entdecken!
Letzten Mittwoch habe ich es gemeinsam mit Laura und Sophia endlich einmal zu "Café International" geschafft - einer wirklich genialen Erfindung! Das ist eine in einem Kulturzentrum stattfindende Veranstaltung - zwei Stunden jeden Mittwoch Abend - wo sich Einheimische und AusländerInnen zusammenfinden, um gemeinsam Sprachen zu lernen. Die erste Stunde wird Französisch gesprochen, die zweite Stunde bietest du dann deine Muttersprache an ... quasi Konversation auf deutsch, englisch, spanisch, schwedisch als Übungsmöglichkeit für die Franzosen. Die zwei Stunden sind wirklich schnell vergangen und ich habe sehr interessante Menschen kennengelernt, beispielsweise eine Universitätsprofessorin, die an der Uni von Monaco "International Relations" lehrt und Jahre ihres Lebens mit Reisen bzw. Unterrichten in anderen Teilen der Welt verbracht hat, 10 Jahre in Guadeloupe, 3 Jahre in Ecuador, 4 Jahre an der Elfenbeinküste, etc. Die Atmosphäre war total entspannt und das Schöne war vor allem, dass sich Menschen unterschiedlichsten Alters und Profession zusammengefunden haben und nicht nur - wie ich ursprünglich gedacht habe - andere StudentInnen.

Eine weitere tolle Einrichtung hier in Nizza ist die Cinémathèque. Hier werden wirklich gute nationale wie internationale Filme gezeigt, das Ticket kostet nur 1,50! Nach vielen Filmen findet eine Diskussion statt - aber noch hab ich mich nicht getraut, selbst meinen Senf dazuzugeben. ;-)

Und noch etwas hab ich rausgefunden: Wenn ich mich ganz weit aus dem Fenster lehne, dann sehe ich sogar das Meer! :-)

Zum Abschluss noch ein paar Fotos:

Hier sitze ich mit Caro (einer Freundin von Laura), Asami (aus Japan) und Vania (aus Kap Verde) beim Abendessen in Vieux-Nice.

Das Foto mag ich besonders. ;-) Ich und die Blume von Eze ...

Laura und ich ... disposées à sortir ;-)

So, das wars dann wieder einmal von mir!
À bientôt! Sarah

@Max: Herzliche Gratulation zum gestrigen Erfolg!! :-)

Montag, 15. Oktober 2007

Über den Dächern von Nizza

Gestern Abend habe ich etwas entdeckt, das ich schon viel früher hätte herausfinden können! Ich kann von meiner Wohnung aus ganz bequem auf das Dach klettern und habe so einen wunderschönen Ausblick auf die Dächer von Nizza. Die Atmoshpäre da oben ist eine ganz Eigene, ruhig und friedlich, wie fern ab vom Rest der Welt. Dächer haben mich schon immer fasziniert, nicht zuletzt seit Mary Poppins und ihren tanzenden Rauchfangkehrern hoch über den Dächern des nächtlichen London.
Es ist wunderschön, einfach dazusitzen, zu schauen, nachzudenken, Rotwein zu trinken und die Gedanken schweifen zu lassen.
Auch wenn ich versucht habe, die Atmosphäre mit dem Fotoapparat einzufangen, ist es mir kaum gelungen. Dennoch, ein kleiner Eindruck ist vielleicht möglich ...



und zum Vergleich bei Tag (leider grad Baustelle im Haus gegenüber)



Übrigens: Es gibt sogar einen Film von Alfred Hitchcock (1955), der den hübschen Namen "Über den Dächern von Nizza" trägt ...

Dienstag, 9. Oktober 2007

à la fac ...

Ein weiterer Unitag liegt hinter mir - eher einer von der frustrierenden Sorte. Mittlerweile hat sich alles eingependelt, ich kenne meine ProfessorInnen, Kurse, Tage und Zeiten und langsam lerne ich auch meine Mitstudierenden kennen, die jedoch noch ein bisschen verschlossen sind. Vom Niveau her sind die Kurse sehr unterschiedlich, einen Großteil davon kann man getrost vergessen. Mit Soziologie hat das meist eher weniger zu tun, auch arbeiten die meisten Lehrenden hier mit quantitativen Methoden und beten irgendwelche Statistiken runter, während ich mich eher auf der qualitativen Seite zu Hause fühle (ja, ich weiß, das hab ich jetzt schön ausgedrückt ;-)
Ansonsten fühle ich mich manchmal in die Volksschule zurückversetzt: Wir schreiben jetzt ein Diktat, eins, zwei, drei, los. Im Ernst! Das Kuriose daran ist: Eine Lehrveranstaltungsleiterin erklärt jede Einheit, wie wichtig es ihrer Meinung nach doch nicht sei, dass die Studierenden lernen, selbst mitzuschreiben, selbst mitzudenken und die wichtigen Informationen zu selektieren und danach beginnt, Wort für Wort anzusagen, bis auch die letzte Studentin alles eins zu eins in ihr Heft übertragen hat. Très bizarre!!
Die Masterkurse sind diesbezüglich viel besser! Einer davon taugt mir besonders: "Sociologie de l'action collective et des mouvements sociaux" - leider findet er jeden Freitag um 8 Uhr Früh statt. Aber bis jetzt war ich immer ganz brav dort und habe das auch weiterhin vor! ;-) Und last but not least habe ich sogar einen Kurs gefunden, den ich mir höchstwahrscheinlich für Gender Studies anrechnen lassen kann - also mache ich doch nicht alles nur zu meinem Privatvergnügen...
Sechs Semesterstunden brauche ich, um das Erasmusstipendium zu bekommen, und recht viel mehr wirds auch nicht werden.
Étudier pour le plaisir ... :-)

Samstag, 6. Oktober 2007

Quoi De Neuf?

Bonsoir!!

Pünktlich um 17:00 wechseln die Franzosen von "bonjour" zu "bonsoir" - hab ich das schon mal erwähnt? ;-)
Ich hab seit zwei Tagen eine ordentliche Verkühlung und mein Taschentuchverschleiß ist nicht zu verachten...
Ich schreib diesmal nur kurz, hab mir gedacht, ich lade wieder einmal ein paar Fotos rauf und befriedige so die rege Nachfrage, nach "den Leuten", die ich bisher kennengelernt habe. Naja, so repräsentativ sind die Fotos zwar nicht, weil so einige davon schon abgereist und dafür neue dazugekommen sind, aber für den Anfang reichts ;-)

im Kampf mit dem Steinvogel...

Manoela (aus Brasilien), Laura (aus Schweden), Christoph (aus Österreich), Lawrence (ebenfalls aus Brasilien) im Garten der Villa Ephrussi de Rothschild/Cap Ferrat

let's sing!!

am Strand von Menton - eine kleine Stadt, in der ich mal mit meinen Eltern auf Urlaub war und die absolut keinen Eindruck hinterlassen hat ... konnte mich überhaupt nicht mehr daran erinnern!

ich, Laura, Tobias am Strand von Nizza (der Schein trügt ... wir sitzen so ca. auf dem einzigen Quadratmeter Sand, der hier so zu finden ist)

Dienstag, 2. Oktober 2007

il n'y avait pas un chat ...

... bedeutet so viel wie "es war kein Schwein da". Bin vor kurzem zufällig auf diese Redewendung gestoßen und habe mich darüber amüsiert, wie in unterschiedlichen Ländern auf andere Tiere zurückgegriffen wird, um ein und die selbe Aussage zu treffen. Während wir in Österreich von Schweinen sprechen, sind es in Frankreich die Katzen ... So ähnlich ist es auch mit Kosenamen: Was bei uns "Maus" und "Bär" bedeutet, ist hier zum Beispiel "Ente".
Aber um noch einmal auf das Katzenbeispiel zurückzukommen ...
Noch vor ein paar Tagen hätte ich mir wirklich nicht gedacht, welch haariges Problem in meiner neuen Wohnung auf mich zukommt -
"il y a un chat qui est très ennuyeux" !!

Aber seht selbst:


Diese Katze wohnt in meiner Wohnung!! Oder anders ausgedrückt: Hat bisher in meiner Wohnung gewohnt und fordert ihr Recht lautstark (= miauend) ein! Problèm bizarre? Allerdings!! Seit ich gestern Vormittag in meine kleine Wohnung im sechsten Stock eines Altstadthauses eingezogen bin, begleitet mich diese kleine Katze auf Schritt und Tritt, jammert, bittet, fleht und miaut, dass ich sie doch endlich wieder in "ihre" Wohnung lasse. Da meine Fenster auf eine Dachschräge hinausgehen, spaziert sie ständig von einem Fenster zum anderen und singt ihr Klagelied. Die ganze Nacht!! Hab mit Ohrstöpsel geschlafen. Auf der einen Seite tut sie mir ja sehr leid, wird da quasi über Nacht ihres Heims beraubt, kennt sich überhaupt nicht aus, ... (anscheinend hat sie der vorige Mieter der Wohnung zu sich hineingelassen, gefüttert, etc.) ... und mir als deklarierter Katzenliebhaberin bricht das natürlich das Herz. Aber auf der anderen Seite ist sie einfach sooo lästig!! Und von meiner Vermieterin kommt auch keine Hilfe. Sie meint einfach, ich solle sie mit Wasser wegjagen. Na super ... Und das Grausliche ist, dass auch in meinem Bett auf der Matraze überall schwarze Katzenhaare liegen ... igitt igitt! Und ich hab im Moment noch keinen Weg gefunden, das zu reinigen so ganz ohne Staubsauger - hab einfach mein Leintuch drüber geworfen. Naja, das sind so die ebenso seltsamen wie unerwarteten Probleme der Sarah F. Hatte ich mich Anfangs noch über diesen unerwarteten "Nachbarn" gefreut, so geht er mir im Moment einfach ordentlich auf den Keks. Kann noch nicht mal ohne Probleme die Fenster aufmachen, da er/sie sonst reinhüpft.

Na gut, genug der haarigen Angelegenheit!
Ansonsten fühle ich mich sehr wohl in meinem Appartement! Ist auch gut so, immerhin habe ich jetzt so lange darauf hingewartet! Habe zwar ordentlich putzen müssen, aber mittlerweile schaut es sogar schon richtig wohnlich aus! Nur das mit dem Internet ist noch so eine Sache! Ich kann nur ein Drahtlosnetzwerk empfangen und habe bis jetzt noch nicht rausgefunden, zu wem es gehört. Ansonsten werde ich mich mal informieren, wieviel ein "echter" Internetanschluss in der Wohnung kostet (und ob das überhaupt für so kurze Zeit möglich ist). On verra!

À bientôt!! Sarah