Samstag, 29. September 2007

ce qui me plaît ici ...

Erasmus ist Erasmus ist nicht Erasmus. Was bedeutet das schon, Erasmus? Jedes Jahr ergreifen Tausende von Studierenden die Möglichkeit, ein Semester oder Jahr an einer anderen europäischen Uni zu studieren und damit neue Länder, Kulturen, Sprachen, Werte- und Bildungssysteme kennenzulernen. Der institutionelle Rahmen ist vorgegeben, doch was jede/r Einzelne daraus macht, ist selbstbestimmt und könnte vielfältiger wohl nicht sein. Und genau das ist das Schöne und Spannende daran! Es gibt kein Rezept dafür, wie so ein Auslandsaufenthalt abläuft, keinen Plan A, nach dem die zu machenden Erfahrungen standardisiert wären ... Mittlerweile habe ich so viele unterschiedliche Berichte, Erlebnisse, Erfahrungen, Gefühle und Meinungen über, mit und durch Erasmus gehört. Und jetzt bin ich dabei, mir mein eigenes "Abenteuer" zu machen, so wie ich es für richtig halte, so wie ich es angehen und leben möchte, Schritt für Schritt, ganz entspannt :-)

Was mir bisher an meinem Auslandssemester gefällt ...

... ist die Unberechenbarkeit und Unvorhersehbarkeit meiner Tage. Finde ich mich an einem Abend inmitten von zehn Schwedinnen wieder, Tacos essend, Wein trinkend, kein Wort verstehend und trotzdem lachend, so streife ich am nächsten Tag alleine durch das mittelalterliche Bergstädtchen Saint-Paul de Vence, genieße den leichten Regen, die fast unwirkliche Atmosphäre, die durch die Musik meines MP3 Players untermalt wird. Laufe ich einen Tag mit zwei Pullis und einer Jacke durch die Gegend und wundere mich über den plötzlichen Kälteeinbruch, so gehe ich am nächsten Tag an den Strand und schwimme im Meer.

... ist die Bandbreite an Gefühlen und Emotionen, die sich mir hier auftut. Von Euphorie, großer Freude und Herzlichkeit über vollkommene Gelassenheit und Ruhe bis hin zu Einsamkeit, Traurigkeit, Schmerz, Eifersucht, etc, ist alles dabei, was die menschliche Gefühlspalette so zu bieten hat. Es gibt Momente, da fühle ich mich stark und unbesiegbar, genieße jede Minute und bin bereit für neue Herausforderungen, und dann wieder hab ich plötzlich Angst, fühle mich allein und so weit weg von allen Menschen, die mir viel bedeuten, vermisse meinen Schatz und kann es kaum erwarten, bis er mich endlich besuchen kommt (... noch 26 Tage ;-)

... ist die französische Sprache, die ich jeden Tag mehr für mich erschließe. Es macht mir total Spass, tiefer in die Sprache einzutauchen, zu versuchen, jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Manchmal bin ich am Verzweifeln, wenn ich das, was ich sagen will, einfach nicht ausdrücken kann, dann wieder bin ich stolz, dass ich auf der Uni so gut mitkomme, dass ich hier fast ausschließlich Französisch rede, mich eher fernhalte von den Englisch oder Deutsch sprechenden Erasmusstudis. Auf der Uni bin ich die einzige Erasmusstudentin, alle anderen kommen aus Frankreich und sind daher sehr gut als Übungskaninchen (ok, das Wort gibts jetzt ned, aber ihr wisst schon was ich mein) zu gebrauchen ;-) Und auch mit den anderen rede ich Französisch - gespickt mit englischen und deutschen Wörtern. Kauderwelsch sozusagen.

So, das reicht mal für heute ;-)

Bis bald!

Sarrrrah (= französische Version meines Namens)

1 Kommentar:

Chris Robertson hat gesagt…

hey,
wie gehts denn so?
der nächste blog-eintrag bitte auf französisch ;-)
lg, chris